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Roter.Teufel

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Wie Wespen den kalten Winter überleben


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Viele Menschen fragen sich: Wo sind die Wespen im Winter? Sterben sie oder überleben die Tiere? Und wenn ja, wie? Die Antwort ist überraschend – und ziemlich gnadenlos. Denn während Honigbienen dicht gedrängt gemeinsam überleben, fahren Wespen eine ganz eigene Strategie.

Nur wenige überstehen die Kälte

Von den hunderten Wespenarten in Europa leben in Deutschland nur 16 in großen Staaten. Am bekanntesten sind die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) – genau jene Arten, die im Sommer als Lästlinge gelten. Die größte heimische Art ist die Hornisse, beeindruckend groß, aber friedlicher als ihr Ruf, wie auch PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.

Doch egal, welche Art: Im Winter bleibt vom Volk fast nichts übrig. Arbeiterinnen und Drohnen sterben bereits im Herbst. Der komplette Staat bricht zusammen. Nur ein winziger Teil überlebt – die jungen, frisch begatteten Königinnen. Sie sind die letzte Hoffnung für das nächste Jahr.

Abschied vom Nest

Schon ab Ende August verlassen die Jungköniginnen ihr Nest. Die Temperaturen sinken, Nahrung wird knapp, das Volk ist nicht mehr lebensfähig. Das alte Nest bleibt schließlich leer zurück und wird nie wieder bezogen.

Die Königinnen retten sich jetzt in Verstecke: Dachstühle, Baumhöhlen, morsches Holz, Spalten im Boden. Dort verbringen sie den Winter. Manche Arten bleiben bis in den Februar hinein regungslos verborgen.
Tiefschlaf fürs Überleben

In ihren Verstecken fallen die Königinnen in eine Winterstarre, die Fachleute Diapause nennen. Das ist kein normaler Schlaf, sondern ein biologischer Tiefschlaf. Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel laufen auf Sparflamme. Von außen wirken die Tiere tot.

Um sich zu schützen, nehmen sie eine spezielle Haltung ein. Die Fühler liegen eng am Kopf, die Flügel sind unter den Körper geklemmt, die Krallen verhaken sich im Untergrund. Manche beißen sich sogar fest. Zusätzlich bildet der Körper eine Art Frostschutz, damit Zellen nicht durch Eis zerstört werden.

Warum so viele scheitern

Trotz aller Tricks ist der Winter lebensgefährlich. Feuchtigkeit ist ein großes Problem. Ist das Versteck zu nass, entsteht Schimmel – tödlich für eine reglose Wespe. Auch Mäuse, Spitzmäuse und Vögel finden in den erstarrten Königinnen leichte Beute.

Oft wird auch der Mensch zur Gefahr. Brennholz wird ins Warme getragen, der Schuppen aufgeräumt, am Dach gearbeitet. Die Wärme weckt die Wespen – und reißt sie aus der schützenden Starre.

Die Zahlen sind brutal: Nur zwei bis vier Prozent der Königinnen überleben den Winter. Von 1000 schaffen es gerade einmal 20 bis 40, im Frühjahr ein neues Volk zu gründen.
Langsames Erwachen im Frühling

Mit längeren Tagen und steigenden Temperaturen fährt der Körper der Insekten dann langsam wieder hoch. Herz und Atmung werden aktiver. Wird es noch einmal kalt, kann die Königin wieder zurück in den Sparmodus.

Erst bei stabilen Temperaturen um 15 Grad Celsius ist es vorbei mit der Starre. Jetzt verlässt die Königin ihr Versteck, sucht einen Nistplatz – und ein neues Wespenjahr beginnt.

Bild Zeitung
 
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